Der Airbag
Ein Airbag (englisch für Luft-Tasche) ist ein automatisch aufblasendes Kissen, das im Falle eines Verkehrsunfalls die Insassen eines Kraftfahrzeugs vor Verletzungen schützen soll. Front-Airbags für Fahrer und Beifahrer gehören inzwischen zur Standardausstattung neuer PKW, weitere serienmäßige oder optionale Airbags hängen von der Fahrzeugklasse ab.
Geschichte
Die ersten Patente für Airbag-ähnliche Vorrichtungen in Flugzeugen wurden bereits in den 1940ern vergeben. In der Automobilproduktion wurden die ersten Airbags 1974 für den Cadillac DeVille angeboten. Erstes deutsches Auto mit möglichem Airbag war 1981 der Mercedes-Benz W126 (S-Klasse).
Anfangs wurde in die meisten Fahrzeuge lediglich ein einziger Airbag für den Fahrer in das Lenkrad eingebaut. Seit den 1990ern werden zunehmend auch Airbags für Beifahrer und zusätzlich auch Airbags zwischen Insassen und Türen installiert.
Wieder erschlaffter Fahrerairbag unmittelbar nach einem Unfall in einem Seat IbizaEin Seitenairbag ist ein Airbag, der im Falle eines Seitenaufpralles die Insassen eines Fahrzeuges vor dem Kontakt mit harten Karosserieteilen schützen soll. Seitenairbags wurden typischerweise in der Tür, heute im Sitz integriert und entfalten sich im Oberkörperbereich. In vielen modernen Fahrzeugen sind auch Kopfairbags in den Fahrzeughimmel integriert, die sich entlang der seitlichen Fensterfront entfalten. Ebenfalls Verwendung finden Knie-Airbags in Fabrikaten, wo die Knie und Unterschenkel bei einem Aufprall gefährdet sind. Gesteuert werden Seitenairbags über Beschleunigungs- oder Drucksensoren, die seitlich im Auto oder in der Tür angebracht sind.
Moderne Autos sind darüber hinaus mit so genannten Gurtstraffern ausgerüstet, die den Insassen bei einem Unfall möglichst gut im Sitz halten sollen.
Funktionsweise
Die grundsätzliche Funktionsweise ist einfach: Nachdem die Steuerelektronik auf Basis der Daten der sogenannten Airbagsensoren (i.d.R. Daten der Beschleunigungssensoren und der Fahrzeuggeschwindigkeit) einen für die Insassen gefährlichen Unfall erkannt hat, wird ein fester Treibstoff gezündet (bis 1995 meist NaN3-Natriumazid, inzwischen durch azidfreie Rezepturen ersetzt), wodurch ein Kissen aus Nylon äußerst schnell (ca. 10 - 40 ms) aufgeblasen wird. Durch den Gasgenerator wird hauptsächlich Stickstoff erzeugt. Seit 1995 werden vermehrt Gasgeneratoren mit zusätzlicher Druckgasflasche, sogenannte Hybridgasgeneratoren, eingesetzt. Den Vorteilen (geringere Schadgasentwicklung und kühleres Füllgas) stehen jedoch das höhere Gewicht, die Kosten und der benötigte Bauraum entgegen, so dass beide Systeme ihre individuellen Anwendungsgebiete gefunden haben. Der Nylonsack hat ein bis zwei vom Passagier weg gerichtete Löcher (sogenannte Ventholes), durch welche die Luft beim Aufprall entweichen kann und der Passagier im Gegensatz zu einem geschlossenen Ballon sanft aufgefangen wird. Als Nebeneffekt kann sich dadurch der Luftsack in ca. 150ms wieder vollständig entleeren und die freie Sicht wird nicht behindert. "Window-Bags" (auch "Inflatable curtain" genannt) bleiben teilweise über 5 Sekunden lang aufgeblasen, um im Falle eines Überschlags länger Schutz zu gewähren. [Nach oben]
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