EU-Führerschein: MPU-Flüchtlinge fahren weiter
mid Bonn - Deutsche Verkehrssünder können weiterhin mit einem EU-Führerschein die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) umgehen. Der Grund dafür liegt in der staatlichen Souveränität des ausstellenden Landes.

Deutsche Verkehrssünder können weiterhin mit einem EU-Führerschein die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) umgehen. Grund: Die Fahr-Erlaubnis ist von einem souveränen Staat ausgestellt, deutsche Behörden müssen das akzeptieren. Der Führerscheintourismus geht solange weiter, bis es ein europäisches Zentralregister für Verkehrssünder gibt.8 000 bis 10 000 Fremdführerscheine stecken zurzeit in deutschen Brieftaschen.
Mit in Polen, Holland oder Tschechien absolviertem Unterricht und der anschließenden Fahrprüfungen können als Verkehrssünder aufgefallene deutsche Autofahrer sich wieder einen Führerschein besorgen. In Deutschland wäre die Wiedererlangung für sie an das erfolgreiche Absolvieren der MPU gebunden.
Zur Beendigung des Führerschein-Tourismus setzt die deutsche Politik Hoffnung in die für 2007 geplante Reform des europäischen Führerscheinrechts. Dann sollen ausländische Behörden Zugriff auf das deutsche Verkehrssünderregister haben; wer dort eingetragen ist, erhält dann keinen neuen Führerschein mehr. Professor Dieter Müller von der sächsischen Polizeihochschule hat jedoch Zweifel: "Die Mühlen mahlen langsam. Und logistische Probleme sowie Sprachbarrieren werden die praktische Umsetzung verzögern."
(Holzer)
Quelle: carorder.de
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